Mit dem Motorrad durch Thailand
In fast allen Städten Thailands kann man Mopeds mieten – diese sind allerdings hauptsächlich für Tagesausflüge geeignet und nicht unbedingt für längere Touren mit Gepäck. "Richtige" Motorräder bekommt man nur in den touristischen Zentren wie Pattaya, Chiang Mai oder Phuket.
Aber mit welchem motorisierten Zweirad auch immer: Als Biker lernt man ein ganz anderes Thailand kennen und kann vor allem in ländlichen Gegenden einmalige Erfahrungen sammeln. Einfache Übernachtungsmöglichkeiten unterwegs lassen sich leicht finden, in den Nationalparks ist auch Zelten erlaubt.
Und noch ein praktischer Hinweis: Die Motorradtouren plant man am Besten als Rundreise. Die Motorradvermieter sind nämlich meistens kleinere private Anbieter, weshalb es nicht möglich ist, das Motorrad an einer anderen Stelle abzugeben als dort, wo man es angemietet hat.
Motorradtour I – Durch Thailands Nationalparks nach Kambodscha
Diese Tour beginnt am besten in Pattaya, dann erspart man sich das chronische Bangkoker Verkehrsgewühl. Pattaya liegt 147 Kilometer südöstlich der Hauptstadt und ist vom Bangkoker Flughafen aus in knapp zwei Autostunden zu erreichen (per Bus oder Mietwagen). Wir empfehlen das Taxi, die Fahrt kostet ca. 20 Dollar.
Pattaya ist zwar ursprünglich ein Badeort, mittlerweile aber mehr eine für Völlerei und Vergnügungen aller Art. Das Angebot an Vergnügungseinrichtungen ist kolossal, das Nachtleben beeindruckend und die Einkaufsmöglichkeiten scheinbar unendlich. Bloß das Baden kommt etwas zu kurz.
Von Pattaya aus geht es dann mit dem Motorrad nach Norden. Auf dem Weg zur kambodschanischen Grenze fährt man an einigen der berühmtesten thailändischen Nationalparks vorbei. Wir empfehlen hier den Besuch des Parks von Tap Lahn. Dieser kleine Bruder des ältesten und berühmtesten thailändischen Nationalparks Khao Yai ist "nur" 2.240 Quadratkilometer groß. Seine Besonderheit sind die vielen Palmenarten.
Von Thap Lan aus fährt man nach Aranya Prathet an der kambodschanischen Grenze. Hier muss das Motorrad stehen bleiben, denn der Grenzübertritt nach Kambodscha ist nur zu Fuß möglich. Ein Visum für ca. 20 Dollar gibt es direkt an der Grenze (Passbild erforderlich!).
Auf kambodschanischer Seite ist der Anschlussbus Richtung Siem Reap zu den Tempelanlanagen von Angkor Wat problemlos zu bekommen. Die Busfahrt kostet nur 9 Dollar und hier ist das Taxi wirklich eine gute Alternative. Von der Mitfahrt auf offenen Pickups ist wegen der unbefestigten Straßen abzuraten, der Staub dringt durch jede Pore...
Motorradtour II – Chiang Mai und Umgebung
Ausflug nach Laos
Ausgangspunkt ist wieder Bangkok. Diesmal geht es mit dem Inlandsflug nach Chiang Mai im Norden Thailands. Die Flugzeit beträgt eine knappe Stunde, das Oneway-Ticket Bangkok-Chiang Mai kostet bei Thai Airways ungefähr 45,- Dollar, in Chiang Mai gibt es Sammeltaxis vom Flughafen zur Stadt).
Chiang Mai ist vor allem für seinen Nachtmarkt bekannt, einen der aufregendsten und größten in Thailand. Hier gibt es einfach alles: vom Grillwürstchen bis zu den frisch frittierten Käferlarven, dazu exotische, unbekannte Früchte oder Fleisch das offensichtlich weder vom Rind, Schwein oder Lamm stammt (Chang Klan Road, 18.00 bis 23.30 Uhr).
Die Region um Chiang Mai ist ein Idyll für Natur- und Kulturinteressierte: In der traumhaft schönen, von Bergen eingegrenzte Landschaft mit wunderschönen Badeseen und Wasserfällen liegen einige der interessantesten Tempelanlagen Thailands. Besonders zu empfehlen ist ein Besuch des Klosters Wat Doi Suthep. Das Wahrzeichen Chiang Mais liegt ca. 16 km nordwestlich der Stadt in 1080 Meter Höhe. Alleine die Aussicht von dort oben über die Hochebene von Chiang Mai ist ein Ereignis. Die Tempelgebäude aus dem 14. Jahrhundert sind mit dicken Schichten von Blattgold überzogen und bilden so einen wunderschönen Kontrast zum blauen Himmel.
Den Ausflug zum Doi Ithanon Nationalpark können wir ebenfalls empfehlen. Dieser Park im Südwesten der Stadt hat seinen Namen vom höchsten Berg Thailands, dem 2565 Meter hohen Doi Ithanon. Landschaftliche Attraktionen sind die vielen Wasserfälle Achtung: Für die Fahrt zum eigentlich nur wenige Kilometer außerhalb Chiang Mais gelegenen Park braucht man ziemlich viel Zeit, (steile u. serpentinenreiche Straßen). Und die Temperaturen sind vor allem auf Gipfeln überraschend niedrig, selbst im Sommer kann das Thermometer unter 10 Grad fallen und die nächtliche Durchschnittstemperatur beträgt gerade einmal 5,5 Grad. Vor allem Motorradfahrer sollten also an Handschuhe denken.
Den Höhepunkt dieser Tour bildet ein Tagesausflug nach Laos – wobei das Motorrad allerdings an der Grenze stehen bleiben muss. Das Visum für Laos kostet 25 Dollar (unabhängig von der Dauer des Aufenthalts) und ist problemlos direkt an der Grenze zu bekommen.
Aber auch eine richtige Einreise nach Laos (per Longtailboot über den Mekong-Fluss) und die Weiterfahrt nach Luang Prabang sind sehr zu empfehlen.
Die Altstadt ist ein nahezu unzerstörtes Ensemble laotisch-kolonialer Bauten, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Hier herrscht immer noch eine etwas verträumte Atmosphäre. Die Hauptstraße wird zwar von Restaurants und Lädchen gesäumt, hat aber kaum Verkehr. Von hier aus bieten sich überraschende Blicke auf die beiden Flüsse Mekong und Nam Khan zu jeder Seite. Dazu Langboote auf dem Trockenen, die auf die nächste Wettfahrt warten und Sand am Fluss, der nicht nur golden glitzert, sondern eine Menge kleinster Goldkörnchen enthält.. Vor allem bei Sonnenuntergang ein überwältigender Anblick.
Motorradtour III – Durchs goldene Dreieck von Thailand nach Burma
Von Chiang Mai aus erreicht man auf direkter Strecke in ca. 3,5 Stunden Chiang Rai, die Hauptstadt von Thailands nördlichster Provinz. Wer möchte, kann allerdings über abenteuerliche Nebenstrecken kurven. Durch tiefe Wälder und vorbei an eindrucksvollen Wasserfällen und pittoresken Dörfern. Auch hier finden sich einfache Gästehäuser.
Tipp: Wer noch eine andere Perspektive haben möchte, kann diese Strecke auch per Schnellboot auf dem Mae Kok River zurücklegen. Die Fahrt dauert zwischen vier und fünf Stunden.
Die Chiang-Rai-Provinz ist berühmt für das Goldene Dreieck, die Grenzregion von Thailand, Laos und Burma, in der traditionell Opium angebaut wird.
Etwa 65 km nördlich von Chiang Rai an der Grenze zu Burma liegt Mae Sai, die nördlichste Stadt Thailands. Nach Burma sind nur Tagesausflüge zwischen 8.00 und 18.00 Uhr möglich, das Visum gibt es direkt an der Grenzstation in Mae Sai für 5 Dollar (passend zahlen!), der Reisepass muss an der Grenzkontrollstation hinterlegt werden.
Zu Fuß, per Bus, Taxi oder Tuk-Tuk kann man dann auf einer Brücke den Grenzfluss überqueren und kommt nach Tachilek, die Schwesterstadt Mae Sais auf burmesischer Seite. An Sehenswürdigkeiten gibt es allerdings nicht besonders viel, bis auf einen Markt, der zu billigsten Preisen von chinesischen Feldstechern bis zu Raubkopien irgendwelcher Filmer ein Eldorado der "Fakes" ist, der Imitationen von Imitationen.
